Ich hetze zum Bus, besser würde es „sprinte“ treffen. Die kalte Luft lässt meine Lungen brennen. Irgendwann schaue ich auf den Fahrplan. Na super, der Bus kommt eigentlich fünf Minuten später als ich eigentlich dachte. Die Kinder kommen um halb zwei an der Schule an – das schaffe ich. Da kommt ja der Bus. Im Stechschritt gehe ich zur Schule. Auf meinem Handy bingt eine Nachricht auf. „Wir waren jetzt vom Kölner Zoo los, sind also in ca. 20 Minuten da.“ 20 Minuten?! Ich lasse die Hamd sinken und atme tief durch. Mein Atem verwandelt sich in eine weiße Wolke, so kalt ist es. Meine Aufgabe ist es also bis dahin nicht zu erfrieren.
Warten ist schön
Ich beschließe in Richtung Hauptstraße zu gehen und zu erkunden, welche kleinen Geschäfte der Ort so zu bieten hat. Schließlich kriegt man das morgens in der Hetze auf dem Weg zu Schule nicht wirklich mit. Als ich mich der Hauptstraße nähere, dringt Musik an meine Ohren. Es ist Ed Sheeran mit „Perfect“. Mein erster Gedanke ist: Wer hört denn um diese Uhrzeit so laut Musik? Dann wird mir klar, dass es sich nicht nach Stereo-Anlage, sondern Live-Auftritt und nicht nach Ed Sheeran, sondern nach einer wunderschönen Frauenstimme anhört, der ich den ganzen Tag zuhören könnte.
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So viel schöner als eine gerade Linie
Ich folge also der Stimme bis zur Quelle und finde eine blonde Frau in einem blauen Anzug mit blauer Bemalung im Gesicht, mit ihrer Gitarre am Dorfplatz. Ich komme näher, die Sonne wärmt mein Gesicht. Ich lausche dieser engelsgleichen Stimme und lasse mich von der Musik tragen. Ich liebe jedes einzelne Lied (sogar das französische und ihr wisst wie ich zu französisch stehe) und weil ich den Moment nicht durch elektronische Geräte versauen, ist Shazam leider keine Option. Ich mache die Augen wieder auf. Jetzt bin ich traurig, dass der Bus „schon“ da ist.
Ich hätte gerne mit ihr geredet, aber es war ein Projekt und Inhalt dessen war wohl, dass man nicht reden darf. Falls ihr Projekter das hier lest: Ihr seid Hammer!
