Nicht in jedem steckt ein Romantiker und vor allem nicht in Fred. Wenn man dann eine Radiosendung moderieren muss, in der es um nichts anderes als Herzschmerz und Liebe und dasganze drum herum geht, kann es schon mal passieren, dass einem der ein oder andere unpassende Satz heraus rutscht. Das bleibt auch seinem Chef nicht verborgen, der Fred eine „Pause“ verschreibt. Bei Fred läuft es also wirklich nicht rund, sowohl jobmäßig als auch privat. In seiner Verzweiflung steuert er zur Beruhigung erst mal seinen Zufluchtsort an: den Plattenladen. Doch statt dem guten alten Manni erwartet Fred ein rosa-rotes Romantik-Disaster.
»Nachdem ich ein paar Mal tief durchgeatmet habe, versuche ich, den Drahtzieher dieses Anschlags auf mein persönliches Musikmekka zu finden.«
PAPERBACK
ALLGEMEINE BELLETRISTIK
288 SEITEN
ISBN 978-3-423-21732-3
ERSTERSCHEINUNG: 20.07.2018
9,95 €
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Schnell ist Fred klar, dass die neue Besitzerin Lena dringend Hilfe braucht, wenn sie nicht gleich wieder schließen will. Doch die macht ihm schnell klar, dass er viel dringender Hilfe braucht, wenn auch er seinen Job behalten möchte. Lena versteht um einiges mehr von Romantik als Fred, dafür kennt er sich super mit Schallplatten aus. Damit steht der Deal: Fred bekommt von Lena Nachhilfe in Romantik, und er hilft ihr mit dem Laden.
»Ihr Lächeln ist bezaubernd – umwerfender Mund und Grübchen zum Niederknien. Umso bedauerlicher, dass sie mit dem Zeug hier in spätestens zwei Monaten pleite sein wird.«
Eine lässige und kurzweilige Lektüre. Freds Humor trifft bei mir genau ins Schwarze. Liebesgeschichten aus der Sicht eines Mannes zu lesen ist immer sehr erfrischend – und was Fred betrifft urkomisch. Auf dem Weg, den Romantiker in sich selbst zu entdecken, holt er sich jegliche Hilfe, die er bekommen kann. Alle, mit denen er über das Thema spricht, haben einen anderen Standpunkt. Das finde ich besonders interessant. Die Entwicklung, die er durchmacht, ist spannend. Wie er sich anfangs gegen alles sträubt und glaubt, einen Brechreiz bei allem romantischen Dingen zu verspüren. Es macht Spaß, ihn beim Denken zu begleiten, wie er beobachtet und analysiert, sich über Sachen aufregt – einfach herrlich, und das erinnert mich irgendwie auch an mich. Besonders dann, wenn er viel zu spät den Durchblick hat.
»Beim Einschlafen sehe ich förmlich vor mir, wie Nora Sören anschmachtet, während sie zusammen Pinguinbabys beim Planschen zusehen. Eine riesige Sauerei, dass Typen wie der auch noch mit Tierschutz punkten. Es sollte dringend mal jemand einen Gesetzesentwurf einbringen, wonach Kerle, die auf der Aussehenskala von 1 bis 10 mit einer Zwölf abschneiden, zum Ausgleich wenigstens echte Arschlöcher zu sein haben.«

Zwar konnte ich mir schon am Anfang den Ausgang der Geschichte ausmalen, aber bei dieser ist der Weg das Ziel. Besonders für Musikfans lohnen sich die 288 Seiten.
»Wäre Dominik nicht so ein stinklangweiliger Saubermann, würde ich angesichts dieses weichgespülten Gefasels annehmen, er habe sich vor der Sendung einen Joint genehmigt. Vielleicht hat er aber auch vor lauter Lampenfieber etwas von Ewalds Entspannungstee gesüppelt – so drei bis zwölf Liter.«
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Florentine Krieger
Florentine Krieger wurde 1971 im Rheinland geboren und studierte in Köln Politik und Afrikanistik. Bereits vor dem Studium begann sie, als freie Journalistin für Zeitungen zu arbeiten. Heute lebt sie mit Mann und Hunden im Bergischen Land, wo sie in einem verwunschenen Häuschen mitten im Grünen ihre Bücher schreibt.
»In Leonie hätte ich mich verlieben können – vielleicht. Wäre da nicht ihr Exfreund gewesen, der jedes Wochenende unter meinem Schlafzimmerfenster von Heulkrämpfen geschüttelt wurde. Und Leonies Drang, mich für morgendliche Grünkohl-Smoothies zu begeistern.«

