Im Winter kann jeder warme Hände gebrauchen. Deshalb habe ich heute eine Anleitung für euch wie ihr Fäustlinge ganz leicht selber stricken könnt. Dieses Projekt ist etwas für Anfänger, aber auch für jemanden, der schon länger gerne strickt und nach einem kleinen Projekt sucht. Dauert gar nicht lange und hält die Hände schön warm. Wenn man etwas Übung hat, kann man sie auch als Geschenke für Freunde stricken. Darüber freut sich garantiert jeder.
Dafür braucht ihr:
. Stricknadeln zum Rundstricken
. Wolle
. Stopfnadel
. Schere
. Maßband
Zunächst solltet ihr euch auf dem Etikett der Wolle darüber informieren, welche Nadelstärke empfohlen wird. Insbesondere bei Handschuhen neige ich jedoch dazu diese Angabe zu ignorieren und strebe eine Nadelstärke weniger an. Denn bei Handschuhen ist es ja wichtig, dass sie unsere Hände warm halten, und um das zu erreichen, möchte ich ein möglichst dichtes und enges und kein lockeres Strickbild erhalten. Deshalb nehme ich einfach eine geringere Nadelstärke.
- Maschenprobe: Zunächst nehmt ihr euch das Maßband zur Hand und messt den Umfang eures Handgelenks ab und schreibt ihn auf. Bei mir sind das ca. 18 cm. Dann macht ihr eine Maschenprobe. Was bedeutet Maschenprobe? Bei einer Maschenprobe findet ihr heraus, wie sich die Wolle in Zusammenspiel mit Nadelstärke und Muster, das ihr zu stricken vorhabt, verhält. Dazu nehmt ihr 10M auf und strickt 10 Reihen. Wenn ihr damit fertig seid, nehmt ihr euch das Maßband zur Hand und messt das Probestück ab. Dabei kann es hilfreich sein es ein wenig zu dehnen, es kommt darauf an wie eng ihr den Handschuh haben möchtet. Bei mir ergibt die Maschenprobe ca. 9cm. Darum rechne ich: 10M : 9cm = 1,1 1,1 x 18cm = 19,8M Die Zahl, die ihr als Ergebnis rausbekommt, ist die Anzahl der Maschen, die ihr aufnehmen müsst. Dabei müsst ihr nur darauf achten, dass die Maschenanzahl mit eurem Muster übereinstimmt.
- Aufnahme der Maschen: Das Muster, mit dem wir den Handschuh beginnen wollen, ist das typische Bündchenmuster. Das heißt, im Wechsel wird eine Masche rechts verschränkt gestrickt und eine links. Meinem Beispiel folgend nehme ich also 21M auf, von denen ich 2 zusammen stricke, damit kein Loch entsteht. Somit habe ich eine Maschenanzahl von 20M auf meinen Nadeln.
Bündchen stricken: Jetzt könnt ihr loslegen. Eine Masche re verschränkt, eine li, eine re verschränkt und so weiter. Durch das rechts verschränkte einstechen und Stricken in die Maschen wird das Bündchen sehr schön elastisch. Ich empfehle euch auf jeden Fall eine Strichliste anzulegen, um den Überblick zu behalten wie viele Reihen ihr schon gestrickt habt. Dabei dürft ihr die Reihenanzahl für das Bündchen natürlich so festlegen wie es euch am besten gefällt. Ich persönlich habe mich für 14 Reihen entschieden, weil ich das Bündchen nicht umkrempeln möchte.
- Nun strickt ihr re M allerdings müsst ihr nun 4M dazu aufnehmen oder eben soviel, dass eure Hand hinein passt. Danach strickt ihr ganz normal re M weiter und zwar 8 Reihen hoch. In der 9. Reihe nehmt ihr euch ein zweites Wollknäuel zur Hand, am besten in einer anderen Farbe. Die ersten 3M strickt ihr mit der neuen Farbe, dann kehrt ihr mitten in der Reihe um und strickt die 3M wieder zurück. Das wars erst mal zum Daumen. Den lasst ihr erst Mal links liegen – oder rechts, je nachdem – und strickt ganz normal Runden in re M bis wir zu den Abnahmereihen kommen. Bei mir sind das 24 Reihen bis ich mit dem Abnehmen beginne. Wenn das beim eigenen Körper nur genauso einfach wäre wie beim Stricken von Handschuhen…
- Wenn ihr die 24 Reihen gestrickt habt, könnt ihr mit den Abnahmereihen beginnen. Das bedeutet, die 25. Reihe ist eure erste Abnahmereihe. Die erste Masche strickt ihr wie gewohnt ganz normal rechts und die nächsten zwei Maschen werden rechts verschränkt zusammengestrickt. Wie strickt man rechts verschränkt zusammen? Ihr nehmt die zweite Masche ab wie zum rechts stricken und die dritte wie zum links stricken und strickt dann diese beiden Maschen zusammen bis ihr links bei den letzten drei Maschen ankommt. Auch dort strickt ihr zwei Maschen zusammen und eine ganz normal. Dann dreht ihr die Arbeit um und wiederholt das ganze nochmal genauso. Die nächste Reihe strickt ihr ganz normal, also immer eine Abnahmereihe im Wechsel mit einer ganz normalen. Ich mache insgesamt vier Abnahmereihen und die restlichen Maschen verbinde ich oben mit einer Stopfnadel. Manche ziehen diese Maschen einfach zusammen, aber ich verbinde lieber die sich gegenüberliegenden Maschen miteinander, weil es einfach schöner ausschaut.
- Da ihr das Grundgerüst nun fertiggestellt habt, könnt ihr euch nun dem Daumen zuwenden. Ihr stecht mit der Nadel in die drei Maschen ein, die ihr zuvor mit der zweiten Farbe gestrickt habt. Dazu nehmt ihr noch zwei weitere Maschen auf die Nadel aus dem Muster dazu und verdreht sie dabei ein wenig, damit keine Löcher entstehen. Ihr habt nun also 10M aufgenommen. Eigentlich könntet ihr den Faden als Platzhalter zu diesem Zeitpunkt schon entfernen, ich würde allerdings empfehlen noch ein wenig zu warten bis ihr sicher sein könnt, dass alles passt. Im weiteren Verlauf einfach zehn Reihen hochstricken (oder halt so lang wie euer Daumen ist) und dann mit den Abnahmen beginnen. Je nachdem wie groß der Daumen ist müsst ihr mehr als ich aufnehmen. Mein Rat: einfach unterm Stricken öfter mal hineinschlüpfen und ausprobieren, ob es sich angenehm anfühlt. Dabei solltet ihr euch auf jeden Fall mehr auf euer Bauchgefühl verlassen als auf eure feinsäuberlich mit spitzem Bleistift erstellten Berechnungen. Dabei gilt: Probieren geht über Studieren.
- Die Stopfnadel braucht ihr nicht nur zum zusammen nähen sondern auch zum vernähen. Dabei gehe ich gerne kreuz und quer durch die Maschen, damit auch wirklich alles hält. Dabei müsst ihr aufpassen, dass man es außen nicht sehen kann und der Tragekomfort auch weiterhin gewährleistet ist. Beim Knoten (beim Verbinden von zwei unterschiedlichen Farben oder wenn ein Knäuel nicht ausreicht) mache ich den ersten Knoten immer relativ locker und erst die folgenden Knoten fester, damit sich keine Unregelmäßigkeiten im Muster ergeben.
Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Ausprobieren und tut mir einen Gefallen und verzweifelt nicht, wenn es beim ersten Versuch nicht funktioniert. Bei der Gestaltung solltet ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Stellt euch zum Beispiel verschiedene Farben zusammen, so könnt ihr das Bündchen und den Daumen andersfarbig stricken. Außerdem zaubere ich mit der Stopfnadel gerne Muster oder Worte zur Verzierung auf die Fäustlinge. Wie das funktioniert erfahrt ihr in meinem nächsten Artikel.
